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Die Fahrt zum Markt früher


In einer Zeit, als es noch keine Autos gab, die Straßen noch nicht so befestigt waren, wie wir es heute gewohnt sind, da fuhr man mit einem Ackerwagen (überdeckt mit einer Plane) oder Pferdegespann zum Markt.

Die Leute, die kein Pferd besaßen, mußten mit eigener Muskelkraft den Wagen oder die Schubkarren schieben. Gefahren wurde nachts, und man schloss sich zu kleinen Gruppen (2 bis 3 Familien) zusammen. Mit dem Pferdegespann brauchte man, für die 46 km lange Strecke nach Weimar, ca. 12 Stunden. Die Fracht wog 40 bis 50 Zentner. Wohl an die hundert Wagen kamen aus Heldrungen.

Auf halber Strecke wurde im Gasthaus Großneuhausen Rast eingelegt. Der Wirt war auch für die Versorgung der Pferde verantwortlich. Sogar ein Schmied stand für eventuelle Reparaturen bereit.

Eine kürzere Fahrtunterbrechung erfolgte in Daasdorf bei Großobringen, mitunter auch in Buttelstedt. Die Einwohner der Dörfer kauften vom Wagen ihren Zwiebelbedarf ein.

Den größten Teil an Zwiebeln verkaufte man aber in Weimar.

Auf der Fahrt zum Marktflecken Artern mit dem Hundegespann.

Auf der Fahrt zum Marktflecken Greußen …

… und Sondershausen.

Zwiebelmarkt vor und nach der Wende


Heutzutage, wo immer mehr die Computertechnik Einzug hält und die meiste Arbeit nicht mehr manuell, sondern maschinell verrichtet wird, hat sich eines jedoch kaum verändert - der Anbau und das Wickeln von Zwiebeln, denn diese Arbeit wird immer noch per Hand verrichtet.

Sicher sind die einzelnen Geräte im Laufe der Zeit verbessert worden, aber die Handarbeit konnte nach wie vor von keiner Maschine übernommen werden.

Selbst die Nachfrage nach Rispen ist nicht abgeklungen. Auf dem Zwiebelmarkt 1974 war die Nachfrage so stark, dass um 7 Uhr fast keine Rispe mehr vorhanden war. Das bedeutete für die Heldrunger Gärtner, sie mußten um 2 Uhr frühmorgens losfahren. In Weimar angekommen, wurden die Stände aufgebaut und um 5 Uhr die ersten Rispen verkauft. Das war der stärkste Ansturm, den man je verzeichnete. Auch durfte man damals seine Ware nur an dem jeweiligen Markttag verkaufen.

In den 90er Jahren, kurz nach der Wiedervereinigung Deutschlands, war die Kaufkraft so gesunken, dass man kaum Gewinn erwirtschaftete. Diese mißliche Lage normalisierte sich wieder und entwickelte sich positiv. Ab 1990 entschlossen sich die Stadtväter von Weimar, den Markt drei Tage abzuhalten.

1995 waren von 455 Händlern 130 aus Heldrungen, die Rispen, Gemüse und Blumengestecke zum Verkauf anboten. Man konnte in aller Gemütlichkeit von Stand zu Stand schlendern und sich die sauber gewickelten Rispen betrachten - vergleichen und sich die schönsten Rispen aussuchen, ohne Zeitdruck, ohne Hektik. So hatte sich der Markteinkauf, im wahrsten Sinne des Wortes, zum "Marktbummel" etabliert. Es wurden auch nicht mehr "nur" Rispen angeboten, sondern man versuchte die Angebotspalette zu erweitern. Sei es mit dekorativen Blumengestecken oder kleinen Knoblauchsträußchen. Absatz hat derjenige mit einem guten, preisgünstigen und vielfältigen Warenangebot.


Der Weimarer Zwiebelmarkt hat zur heutigen Zeit wieder enorm an Bedarf und Sehenswürdigkeit so zugenommen, so dass ein "Bummel" absoluten Stress bedeutet; Produkte und Besucher soweit wie das Auge reicht.
Schulter an Schulter kämpfen sich die Schaulustigen und Käufer über den Markt.


Ein absolutes Highlight für ALLE,

die in ihrem Leben nichts verpassen möchten.

Historische Fotos/Quelle: “Unser Heldrungen - Bilder erzählen”

Zusammengestellt vom Heimatverein Schloß Heldrungen e.V.

Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 1. Auflage 1994

Kurfürst Johann Georg von Sachsen erwarb 1620 die Herrschaft Heldrungen samt Festung.

Im Jahre 1623 wurde das Schloss neuzeitlich ausgebaut und mit Geschützen versehen. Außerdem hielt sich seit dieser Zeit eine kursächsische Besetzung in der Festung auf.

Da er keinen Sold (Lohn, Entlöhnung für Kriegsvolk) zahlen konnte, gab er jedem Söldner ein Stück Acker zur Selbstverpflegung. Der Acker war fruchtbares Schwemmland der Unstrut und des Helderbaches.

Damit war der Grundstein des Gemüseanbaus in Heldrungen gelegt, der Jahrhunderte hindurch den Haupterwerbszweig des Ortes bilden sollte.

Im Jahre 1827 wird in einem Bericht des Landrates der Heldrunger Gemüseanbau anerkennend gelobt. 1828 wurden mit dem Gemüseanbau ca. 100 Äcker bearbeitet. Von Ostern /März(April) bis Johanni (Juni) waren 300 Gemüsegärtner beschäftigt.

Der Anbau nahm in den folgenden Jahren stetig zu und erreichte in den Jahren 1860 bis 1870 seinen Höhepunkt.

Um einen Morgen Land kaufen zu können, musste damals 1800 - 3000 Mark bezahlt werden.

Das Heldrunger Gemüse-Absatzgebiet erstreckte sich schon früher vom Vorharz bis zum Thüringer Wald. Die Bauern brachten ihr Gemüse mit dem Hundegespann oder mit dem Pferdefuhrwerk auf die Märkte. Viele besaßen aber kein Gespann. Sie mussten mit dem vollen Tragekorb auf dem Rücken oder mit dem Handwagen viele Kilometer laufen, um das Gemüse verkaufen zu können.

Für die Gemüsegärtner war das eine sehr schwere Zeit. Die ganze Familie, Frau und Kinder, mussten mit anpacken.

Im Jahre 1930 existierten in Heldrungen über 300 Gärtnerbetriebe.

Erfurter Wochenmarkt, um 1908.

Zwiebelmarkt in Weimar, 1929.